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KONSENSUSBESCHLUSS

WBF-EXPERTENFORUM 2018     

Präambel  

Die Aussagen, die der WBF über mögliche Gesundheitseffekte – als Folge der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (vor allem Mobilfunk) – macht, basieren auf den Ergebnissen von 172 wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Zeitraum Juli 2017 bis inklusive Juni 2018. Neun Arbeiten waren für die Fragestellung „Mobilfunk und Gesundheit“ technisch nicht einwandfrei durchgeführt und somit nicht verwertbar.  Eine Schlüsselfunktion kommt der Qualität des Studiendesigns (wie etwa Exposition, Aufbau der Untersuchung, statistische Datenanalyse) zu.   Die Anzahl der wissenschaftlich hochwertigen Studien ist im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin rückläufig.  Wiederum muss festgestellt werden, dass selbst völlig unakzeptable Arbeiten den Weg in die wissenschaftliche Literatur gefunden haben.   Divergierende Ergebnisse in Tier- und Zellexperimenten lassen keine Schlüsse auf die Gesundheit des Menschen zu. 

Mobilfunk und Befindlichkeit  

Betreffend der behaupteten Überempfindlichkeit gegenüber HF-EMF gibt es weiterhin keine konsistenten Hinweise für die tatsächliche Existenz einer solchen individuellen Überempfindlichkeit. Neue Technologien der Informationsgewinnung und Nachrichtenübermittlung sind jedoch weiterhin sorgsam zu beobachten. 

Mobilfunk und Nervensystem  

Kognitive Fähigkeiten

Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sind negative Auswirkungen durch Mobilfunk auf kognitive Funktionen auszuschließen.  

EEG

Veränderungen der Hirnfunktion, dargestellt an EEG-Spektren, haben keine physiologische Bedeutung.

Mobilfunk und Gentoxizität  

Bisher konnten gentoxische Wirkungen von Mobilfunkfeldern nicht eindeutig nachgewiesen werden.  

Die Rolle von „oxidativem Stress“ ist nach wie vor nicht zweifelsfrei geklärt. 

Mobilfunk und Kinder/Jugendliche  

Eine Untersuchung weist darauf hin, dass die Empfindlichkeit des kindlichen Schädels bis zum 3. Lebensjahr gegenüber EMF erhöht ist.  Zuverlässige Daten über die Schädlichkeit von HF-EMF, emittiert von Mobiltelefonen, bei Jugendlichen sind nicht vorhanden.    

Mobiltelefone und männliche Fertilität  

Die bisher vorliegenden Studien können konklusiv einen negativen Einfluss von Mobilfunk auf die Zeugungsfähigkeit von Männern nicht nachweisen.   

Mobilfunk und HNO   

Untersuchungen beim Menschen über funktionelle Beeinflussungen im HNO-Bereich, insbesondere zum Hörsturz, zeigen keine signifikanten Auswirkungen der EMF auf klinisch-funktioneller Ebene.

Mobilfunk und Tumorentwicklung

Aus epidemiologischer Sicht gibt es derzeit keine neuen Anhaltspunkte, die einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Tumorentwicklung zeigen würden.   Erste Ergebnisse aus einer prospektiven Kohorten-Studie zeigen, dass die Validität von Selbstauskünften (Fragebogen-Erhebungen und Interviews zum Ausmaß von Handy-Nutzung) durch das Geschlecht, das Alter und das Vorliegen von Symptomen beeinflusst wird. Dies bedeutet, dass die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen zu diesem Thema vorsichtig zu interpretieren sind.    

Augen  

Im Beobachtungszeitraum wurden in zwei Studien keine schädlichen Einflüsse von Handy-Strahlung auf die Netzhautfunktion und -struktur gefunden.   

Dosimetrie  

Die Unterschiede betreffend Qualität der Expositionserfassung in dosimetrischen Studien sind weiterhin groß.

Es ist zu beachten, dass demnächst auch das 5G-Netz (mit höherer Frequenz) zum Tragen kommt. Dadurch werden sich neue dosimetrische Herausforderungen ergeben.  

Messungen an Basisstationen in mehreren Ländern zeigen, dass die daraus resultierenden Expositionen weit unterhalb der Grenzwerte von ICNIRP liegen.   

Allgemeine Aussagen  

Die aktuelle Datenlage bestätigt die bisherigen Erkenntnisse des WBF:   

  • Eine Gefährdung der Gesundheit durch Mobilfunk ist nach wie vor nicht wahrscheinlich.  

Weiterhin gibt es offene Fragen:  

  • Mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen für Erwachsene und Kinder. 
  • Methodik der Expositionserfassung bei epidemiologischen und experimentellen Studien.
  • Umsetzung der Ergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen.
  • Neue Überlegungen zum Mechanismus der Absorption im Gewebe. 
  • Mögliche Auswirkungen künftiger Funktechnologien (5G) und der Entwicklung von „Smart Cities“.  

Empfehlungen des WBF:  

  • Optimierung und Standardisierung der Expositionserfassung, insbesondere im Hinblick auf neue Funktechnologien.
  • Durchgehende Beachtung der „Good Laboratory Practice“ bei der Bewertung publizierter Studien.
  • Umsichtiger Umgang bei Verwendung der Mobilfunktechnologien bis zur Klärung noch offener Fragen. Dies gilt insbesondere für die Exposition von Kindern unter 3 Jahren.     

Wien, Dezember 2018   

Rückfragehinweis

Zu inhaltlichen Fragen:

Univ.-Prof. i. R. DI Dr. Norbert  Vana  (Vorsitzender des WBF) 
Technische Universität Wien, Atominstitut der Österreichischen Universitäten
E-Mail: vana@ati.ac.at

Zu organisatorischen Fragen, Fotos u.ä.:

HERZER COMMUNICATIONS

Barbara Waldenmair-Herzer
Tel: +43 (1) 505 93 22-0
E-Mail: waldenmair-herzer@herzer.co.at

oder

Mag. Edith Weindlmayr-Mut
Mobil: 0664/121 81 67
E-Mail: edith.weindlmayr@herzer.co.at

Dieses Dokument als PDF:  WBF_Konsensus_2018.pdf

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