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KONSENSUSBESCHLUSS

WBF-EXPERTENFORUM 2016

Präambel

Die Aussagen, die der WBF über mögliche Gesundheitseffekte – als Folge der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (vor allem Mobilfunk) – macht, basieren auf den Ergebnissen von 151 wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Zeitraum Februar 2015 bis inklusive Juni 2016.

Eine Schlüsselfunktion kommt der Qualität des Studiendesigns (wie etwa Exposition, Aufbau der Untersuchung, statistische Datenanalyse) zu.

Die wissenschaftliche Qualität der einzelnen Studien ist weiterhin sehr unterschiedlich, was bei der Gesamtbeurteilung berücksichtigt wurde.

Wie bisher muss festgestellt werden, dass selbst völlig unakzeptable Arbeiten den Weg in die wissenschaftliche Literatur gefunden haben.

Die divergierenden Ergebnisse in Tier- und Zellexperimenten lassen keine Schlüsse auf die Gesundheit des Menschen zu.

Mobilfunk und Befindlichkeit

Störungen der Befindlichkeit durch hochfrequente elektromagnetische Felder der Mobilfunkeinrichtungen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht nachweisbar.

 ofern Studien qualitativ hochwertig waren, konnte kein Einfluss auf die Befindlichkeit objektiviert werden. Psychologische Effekte (wie z.B. der so genannte “Nocebo-Effekt“) sind möglich. Die Art der Aufklärung beeinflusst die persönliche Risikowahrnehmung.

Personen mit behaupteter Überempfindlichkeit gegenüber HF-EMF scheinen eine Subgruppe von Personen mit behaupteter Überempfindlichkeit gegen Umwelteinflüsse zu sein.

Mobilfunk und Nervensystem

Kognitive Fähigkeiten

Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sind negative Auswirkungen durch Mobilfunk auf kognitive Funktionen nicht anzunehmen.

Gehirnaktivität

Für einzelne physiologische Parameter im Wach- und Schlafzustand sowie in der Hirndurchblutung werden unterschiedliche Veränderungen ohne klinische Relevanz gefunden.

Mobilfunk und Gentoxizität

Bisher konnten gentoxische Wirkungen von Mobilfunkfeldern nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Die Rolle von „oxidativem Stress“ ist nach wie vor nicht zweifellos geklärt.

Es gibt Hinweise darauf, dass „Adaptive Response“ auch von Mobilfunkfeldern induziert werden kann.

Mobilfunk und Kinder/Jugendliche

Es gibt keine neuen relevanten Studien, die belegbare Aussagen über die häufig angenommene erhöhte Empfindlichkeit von Kindern gegenüber EMF erlauben würden.

Sofern Verhaltensänderungen bei Kindern und Jugendlichen nach Gebrauch von Mobiltelefonen gefunden wurden, können diese nicht zwangsläufig auf elektromagnetische Strahlung zurückgeführt werden. Sie sind wahrscheinlich durch andere Faktoren, wie z.B. geändertes Sozialverhalten bedingt.

Mobiltelefone und männliche Fertilität

Die bisher vorliegenden Studien können konklusiv einen negativen Einfluss von Mobilfunk auf die Zeugungsfähigkeit von Männern nicht nachweisen.

Mobilfunk und HNO

Untersuchungen beim Menschen über funktionelle Beeinflussungen im HNO-Bereich zeigen keine Auswirkungen der EMF auf klinisch-funktioneller Ebene. Auf der Proteinebene und auf der ultrastrukturellen Ebene lassen sich Veränderungen darstellen. Insgesamt ist die Bedeutung für den Handygebrauch - auch wegen methodischer Mängel - derzeit nicht beurteilbar.

Mobilfunk und Tumorentwicklung

Aus epidemiologischer Sicht kann derzeit keine gesicherte und endgültige Aussage zur Mobilfunk-Technologie im Hinblick auf das Risiko für Krebserkrankungen getätigt werden.

Aufgrund der Unsicherheit (lange Latenzzeit, Problematik der geeigneten Expositionserfassung) bisher vorliegender Ergebnisse von Studien zum Zusammenhang von Mobilfunknutzung mit der Entstehung von Krebserkrankungen wird weiterhin ein sorgsamer Umgang mit der Mobiltelefonie empfohlen, bis eine hinreichend große Anzahl qualitativ hochwertiger Studien vorliegt und eine endgültige Einschätzung eines möglichen Risikos gegeben ist.

Dosimetrie

Die Unterschiede in der Qualität der Expositionserfassung in dosimetrischen Studien haben sich vergrößert.

Die Verkleinerung der Zellengröße (Femtozellen, Pikozellen) kann zu einer bedeutenden Reduktion der Exposition des Nutzers durch das Mobiltelefon führen.

Messungen an Basisstationen in mehreren Ländern zeigen, dass ihre Expositionen um Faktoren zwischen ca. tausend und zehn Millionen unterhalb der Grenzwerte von ICNIRP liegen.

Zu vielversprechenden Neuentwicklungen in der Dosimetrie gehören Textilantennen und neue qualitativ hochwertige Phantome von Kindern.

Allgemeine Aussagen

Die aktuelle Datenlage bestätigt die bisherigen Erkenntnisse des WBF:

  • Eine unmittelbare Gefährdung der Gesundheit durch Mobilfunk ist nach wie vor nicht erwiesen.

Weiterhin gibt es offene Fragen:

  • Mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen für Erwachsene und Kinder
  • Methodik der Expositionserfassung bei epidemiologischen und experimentellen Studien
  • Umsetzung der Ergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen
  • Neue Überlegungen zum Mechanismus der Absorption im Gewebe

 

Empfehlungen des WBF:

 

  • Optimierung und Standardisierung der Expositionserfassung
  • Untersuchungen zu grundlegenden Mechanismen nur dann, wenn sich entscheidende neue Ansatzpunkte ergeben
  • Durchgehende Beachtung der „Good Laboratory Practice“
  • Umsichtiger Umgang bei Verwendung der Mobilfunktechnologien bis zur Klärung noch offener Fragen


Rückfragehinweis

Zu inhaltlichen Fragen:

Univ.-Prof. i. R. DI Dr. Norbert  Vana  (Vorsitzender des WBF) 
Technische Universität Wien, Atominstitut der Österreichischen Universitäten
E-Mail: vana@ati.ac.at


Zu organisatorischen Fragen, Fotos u.ä.:

HERZER COMMUNICATIONS

Barbara Waldenmair-Herzer
Tel: +43 (1) 505 93 22-0
E-Mail: waldenmair-herzer@herzer.co.at

oder

Mag. Edith Weindlmayr-Mut
Mobil: 0664/121 81 67
E-Mail: edith.weindlmayr@herzer.co.at

Dieses Dokument als PDF:  WBF_Konsensus_2016.pdf

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