Springe zum Inhalt
Springe zum Hauptmenü
Springe zum oberen Menü
Springe zum unteren Menü
SitemapSitemap KontaktKontakt
Sie sind hier: Home // WBF EXPERTENFORUM // EXPERTENFORUM 2014 // Expertenkonsens 2014

KONSENSUSBESCHLUSS

WBF-EXPERTENFORUM 2014

Präambel

Die Aussagen, die der WBF über mögliche Gesundheitseffekte – als Folge der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (vor allem Mobilfunk) – macht, basieren auf den Ergebnissen von 110 wissenschaftlichen Arbeiten des Jahres 2013.

Für eine korrekte Interpretation der Daten ist es wichtig, einen Einblick in die Qualität der Untersuchungen zu haben. Informationen über den Aufbau der Untersuchung und die Art der Exposition, über die Datengewinnung, die Datenzusammenstellung und die Datenanalyse sind notwendig.

Es ist anzumerken, dass die Präzision der Expositionserfassung auch bei den neueren Studien oft unzureichend ist. Dies gilt besonders für retrospektive Fragebogenerhebungen.

Die wissenschaftliche Qualität der einzelnen Studien ist weiterhin unterschiedlich, was bei der Gesamtbeurteilung berücksichtigt wurde.

Mobilfunk und Befindlichkeit

Störungen der Befindlichkeit durch hochfrequente elektromagnetische Felder der Mobilfunkeinrichtungen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht nachweisbar.

Psychologische Effekte sind zu berücksichtigen.

Die Art der Aufklärung beeinflusst die persönliche Risikowahrnehmung.

Im Umweltbereich fanden sich im Zusammenhang mit hochfrequenten Feldern die höchsten Belastungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, hervorgerufen durch Mobiltelefone von Fahrgästen.

Mobilfunk und Nervensystem

Kognitive Fähigkeiten
Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sind Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf kognitive Funktionen auszuschließen.

Gehirnaktivität
Für einzelne physiologische Parameter (im Wach-EEG, insbesondere die Alpha-Aktivität; im Schlaf insbesondere die Spindelaktivität) sowie in zerebralen Durchblutungswerten (gemessen mit funktioneller Magnetresonanztomografie im Ruhezustand) werden unterschiedliche Veränderungen während und kurz nach Exposition gefunden.

Eine Relevanz für die Gesundheit konnte nicht nachgewiesen werden.

Mobilfunk und Gentoxizität

Die Frage möglicher gentoxischer Wirkungen bedingt durch Mobilfunk ist nach wie vor nicht endgültig geklärt. Jedenfalls haben sich bisher keine Nachweise über gentoxische Wirkungen von Mobilfunkfeldern ergeben.

Ältere Studienergebnisse, die gentoxische Wirkung gezeigt und zu erheblichen Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt hatten, erwiesen sich in umfangreichen neuen Arbeiten als nicht reproduzierbar.

Mobilfunk und Kinder/Jugendliche

Relevante Studien im Berichtszeitraum beschäftigen sich vor allem mit Einflüssen von Mobiltelefonaten auf das Verhalten. Wegen des Fehlens exakter Expositionsdaten sind hieraus keine Schlüsse auf den Einfluss von Mobilfunkfeldern als Ursache abzuleiten. Psychologische Effekte müssen berücksichtigt werden.

Mobiltelefone und Zeugungsfähigkeit

Die bisher vorliegenden Studien lassen keinen Einfluss von Mobilfunk auf die Zeugungsfähigkeit erkennen.

Mobilfunk und HNO

Im Berichtszeitraum fanden sich keine validen Studien, die Fehlfunktionen des Ohres unter realen Bedingungen untersuchten.

Untersuchungen über funktionelle Beeinflussungen der Ohrspeicheldrüse sind hinsichtlich ihrer Bedeutung nicht interpretierbar.

Mobilfunk und Tumorentwicklung

Aus epidemiologischer Sicht kann derzeit keine gesicherte und endgültige Aussage zur Mobilfunk-Technologie im Hinblick auf Risiko oder Nicht-Risiko für Krebserkrankungen getätigt werden.

Aufgrund der Unsicherheit (lange Latenzzeit, Problematik der geeigneten Expositionserfassung) bisher vorliegender Ergebnisse von Studien zum Zusammenhang von Mobilfunknutzung und Entstehung von Krebserkrankungen wird weiterhin ein sorgsamer Umgang mit der Mobiltelefonie empfohlen, bis eine entsprechend große Anzahl qualitativ hochwertiger Studien vorliegt und eine endgültige Einschätzung eines möglichen Risikos erlaubt.

Dosimetrie

Insgesamt hat sich die Qualität der Expositionserfassung in den meisten Studien verbessert. In mehreren Fällen liegen aber nach wie vor beträchtliche dosimetrische Mängel vor, die tragbare Schlussfolgerungen Auf Basis dieser qualitativ mangelhaften Studien verhindern.

Allgemeine Aussagen

Die aktuelle Datenlage bestätigt die bisherigen Erkenntnisse des WBF:

Eine unmittelbare Gefährdung der Gesundheit durch Mobilfunk ist nicht gegeben.

Weiterhin gibt es offene Fragen:

  • Mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen für Erwachsene und Kinder
  • Methodik der Expositionserfassung 

Empfehlungen des WBF:

  • Optimierung und Standardisierung der Expositionserfassung
  • Untersuchungen zu grundlegenden Mechanismen nur dann, wenn sich entscheidende neue Ansatzpunkte ergeben
  • Durchgehende Beachtung der „Good Laboratory Practice“
  • Wegen noch bestehender Unsicherheiten, umsichtiger Umgang bei Verwendung der Mobilfunktechnologien


Rückfragehinweis

Zu inhaltlichen Fragen:

Univ.-Prof. i. R. DI Dr. Norbert  Vana  (Vorsitzender des WBF) 
Technische Universität Wien, Atominstitut der Österreichischen Universitäten
E-Mail: vana@ati.ac.at

Univ.-Prof. Dr. Christian  Wolf (Stv. Vorsitzender des WBF)
Facharzt für Innere Medizin sowie Arbeits- und Betriebsmedizin
E-Mail: christian.wolf@meduniwien.ac.at


Zu organisatorischen Fragen, Fotos u.ä.:

HERZER COMMUNICATIONS

Barbara Waldenmair-Herzer
Tel: +43 (1) 505 93 22-0
E-Mail: waldenmair-herzer@herzer.co.at

oder

Mag. Edith Weindlmayr-Mut
Mobil: 0664/121 81 67
E-Mail: edith.weindlmayr@herzer.co.at

Dieses Dokument als PDF:  2014_Expertenkonsens.pdf

Suche | Impressum | Kontakt

© 2008 Wissenschaftlicher Beirat Funk