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KONSENSUSBESCHLUSS

WBF-EXPERTENFORUM 2012  

21. MAI 2012

Präambel

Die Aussagen, die der WBF über mögliche Gesundheitseffekte – als Folge der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (vor allem Mobilfunk) – macht, basieren auf den Ergebnissen von 123 wissenschaftlichen Arbeiten des letzten Jahres.

Für eine korrekte Interpretation der Daten ist es wichtig, einen Einblick in die Qualität der Untersuchungen zu haben. Informationen über den Aufbau der Untersuchung und die Art der Exposition, über die Datengewinnung, die Datenzusammenstellung und die Datenanalyse sind notwendig.

Die wissenschaftliche Qualität der einzelnen Studien ist unterschiedlich und wurde bei der Gesamtbeurteilung berücksichtigt. Es zeigte sich ein Übergewicht zusammenfassender Übersichtsartikel im Vergleich zu Originalarbeiten mit neuem Datenmaterial.

Mobilfunk und Befindlichkeit

Störungen der Befindlichkeit durch hochfrequente elektromagnetische Felder der Mobilfunkeinrichtungen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht nachweisbar. Die räumliche Distanz zu Mobilfunksendern allein ist kein geeigneter Parameter, um die tatsächliche Exposition zu erheben.

Mobilfunk und Nervensystem

Kognitive Fähigkeiten
Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sind Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf kognitive Funktionen auszuschließen.

Gehirnaktivität
Für einzelne Parameter (EEG, ERP, EP, zerebraler Glukosemetabolismus) wurden Veränderungen in unterschiedliche Richtungen während oder nach einer Exposition gefunden, die keine physiologische Relevanz haben.

Es wurden keine Einflüsse auf die Gehirndurchblutung festgestellt.

Insgesamt wurden negative Auswirkungen auf die Gesundheit nicht nachgewiesen.

Mobilfunk und Gentoxizität

Die Frage möglicher gentoxischer Wirkungen bedingt durch Mobilfunk ist nach wie vor in Diskussion und nicht endgültig geklärt. Bisher liegt kein Nachweis einer gentoxischen Wirkung in-vivo vor.

Auch im Berichtszeitraum wurden dazu keine neuen Erkenntnisse gewonnen.

Mobilfunk und Kinder

Derzeit gibt es keine Studien, welche eine besondere Empfindlichkeit von Kindern gegenüber der Exposition durch Mobilfunk belegen. Auch neuere Studien haben keine konsistenten Hinweise für eine erhöhte Empfindlichkeit von Kindern ergeben.

Mobilfunk und männliche Zeugungsfähigkeit

Die wenigen vorliegenden Studien sind mit methodischen Schwierigkeiten behaftet und lassen keinen nachhaltigen Einfluss von Mobilfunkstrahlen auf die männliche Zeugungsfähigkeit erkennen.

Mobilfunk und Ohr

Vorübergehende Veränderungen an der Sinneszellfunktion des Gehörs wurden beschrieben, Einflüsse auf die Hörleistung bei Exposition mit Mobiltelefonen konnten jedoch nicht nachgewiesen werden.

Mobilfunk und Tumorentwicklung

Aus epidemiologischer Sicht kann derzeit keine gesicherte und endgültige Aussage zur Mobilfunk-Technologie im Hinblick auf Risiko oder Nicht-Risiko für Krebserkrankungen getätigt werden. Aufgrund der Unsicherheit der bisher vorliegenden Ergebnisse von Studien zum Zusammenhang von Mobilfunknutzung und Entstehung von Krebserkrankungen wird weiterhin ein sorgsamer Umgang mit der Mobiltelefonie empfohlen, bis eine entsprechend große Anzahl qualitativ hochwertiger Studien vorliegt und eine endgültige Einschätzung eines möglichen Risikos erlaubt.

Allgemeine Aussagen

Die bisherigen Aussagen des WBF haben weiterhin Bestand: Epidemiologische Studien können lediglich Hinweise für mögliche Zusammenhänge liefern. Kausalzusammenhänge zwischen Exposition gegenüber Mobiltelefonie und gesundheitlicher Gefährdung sind daraus nicht ableitbar.

Methodische Probleme bei der Datenerfassung stehen nach wie vor im Vordergrund. Vor allem fehlt es bei vielen Studien immer noch an adäquaten und exakten Expositionserfassungen.

Im Vergleich zu wiederaufbereiteten Daten in Reviews oder Metaanalysen liegen nur wenige neue Daten aus Originalarbeiten vor.

Der WBF empfiehlt Forschungen zu folgenden Themenbereichen:
- Weitere Grundlagenforschung zu Mechanismen und Modellen.
- Große prospektive Kohortenstudien.
- Weitere dosimetrische Untersuchungen zur Energieaufnahme im
   menschlichen Körper mit Schwerpunktlegung auf Kinder sowie
   Optimierung der bestehenden Standardverfahren.

Auch weiterhin empfiehlt der WBF grundsätzlich einen umsichtigen Umgang bei der Verwendung neuer Technologien.


Rückfragehinweis

Zu inhaltlichen Fragen:

Univ.-Prof. i. R. DI Dr. Norbert  Vana  (Vorsitzender des WBF) 
Technische Universität Wien, Atominstitut der Österreichischen Universitäten
E-Mail: vana@ati.ac.at

Univ.-Prof. Dr. Christian  Wolf (Stv. Vorsitzender des WBF)
Facharzt für Innere Medizin sowie Arbeits- und Betriebsmedizin
E-Mail: christian.wolf@meduniwien.ac.at


Zu organisatorischen Fragen, Foto u.ä.:

HERZER COMMUNICATIONS

Barbara Waldenmair-Herzer
Tel: +43 (1) 505 93 22-0
E-Mail: waldenmair-herzer@herzer.co.at

oder

Mag. Edith Weindlmayr-Mut
Mobil: 0664/121 81 67
E-Mail: edith.weindlmayr@herzer.co.at

Dieses Dokument als PDF:  2012_Expertenkonsens.pdf

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