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Presseinformation

WBF EXPERTENFORUM 2006
— Keine Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk

Wien, 11. November 2006

Die im Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF) vertretenen Experten aus Naturwissenschaft und Medizin schließen eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft aus. 
Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschafter nach eingehender Analyse, Bewertung und Diskussion einer Reihe wissenschaftlicher Arbeiten und Studien, die zwischen Juli 2005 und Oktober 2006 publiziert wurden.
Der WBF wurde im Jahr 2004 als unabhängiges interdisziplinäres Expertengremium auf Initiative von Wissenschaftern gegründet, um die öffentliche Diskussion zum Thema Mobilfunk und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen zu objektivieren.
Einmal jährlich sondiert das Gremium die aktuelle internationale Studienlage nach wissenschaftlichen Kriterien und fasst seine Beurteilung der Situation — unter Einbeziehung externer Fachleute relevanter Bereiche — in einem Konsensus-Papier zusammen. „Seit Beginn unserer Arbeit vor drei Jahren haben wir insgesamt etwa 140 Studien untersucht und diskutiert. In diesem Jahr waren es 33, mit denen wir uns intensiv beschäftigten“, erläutert Univ.-Prof. DI Dr. Norbert Vana, Professor für Dosimetrie und Strahlenschutz an der Technischen Universität Wien und Vorsitzender des WBF.

Wissenschaftlich fundierte Auswahl und Bewertung von Studien

Auf dem Gebiet elektromagnetischer Strahlung in Zusammenhang mit Mobilfunkeinrichtungen gibt es viele Studien, die einer Prüfung nach wissenschaftlichen Kriterien nicht Stand halten. Trotzdem werden sie immer wieder öffentlich zitiert, wodurch die breite Bevölkerung verunsichert wird.
Dazu Prof. Vana: „Wir haben für die Studien, die wir zur Meinungsbildung heranziehen, wissenschaftliche Mindestanforderungen definiert. Dazu gehören Kriterien wie Nachvollziehbarkeit, Reproduzierbarkeit, eindeutig nachgewiesene Kausalität und die klare Unterscheidung zwischen biologischen und tatsächlich gesundheitsrelevanten Effekten. Generell ist zu betonen, dass die wissenschaftliche Qualität der Studien in den letzten Jahren erfreulicherweise gestiegen ist.“

WBF EXPERTENFORUM — Ergebnisse 2006

Im Rahmen der Konsensus-Konferenz am 21. November wurden — wie in den vergangenen Jahren auch — einstimmige Aussagen der Wissenschafter zu folgenden Themenbereichen getroffen:

Mobilfunk und Tumorentwicklung
„Bisherige Studien lassen weiterhin keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und erhöhter Tumorhäufigkeit, insbesondere in Bezug auf Tumore im Kopfbereich, erkennen.“
„Im Hinblick auf die lange Latenzzeit und die Entwicklung der Technologien des Mobilfunks laufen derzeit internationale Studien, deren Ergebnisse vom WBF diskutiert und bewertet werden.“
Angesichts der Wichtigkeit der Frage, ob und inwieweit ein Zusammenhang zwischen Tumorbildung und Mobilfunkstrahlung vorliegen könnte, wird der WBF diesem Themenaspekt auch in Zukunft besondere Aufmerksamkeit widmen. 
„Der WBF empfiehlt, mit den heute in Verwendung stehenden Technologien weitere sorgfältige wissenschaftliche Studien zu betreiben.“

Mobilfunk und Nervensystem bzw. Befindlichkeit

Das WBF EXPERTENFORUM zum Thema „Kognitive Fähigkeiten“:
„Eine Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten bei Exposition durch Mobilfunk ist bei Einhaltung der Grenzwerte nach heutigem Wissensstand eindeutig auszuschließen.“

Zum Thema „Hirnstromaktivität“:
„Bisherige Studien lassen keinen Schluss auf gesundheitsschädigende Wirkung zu. Die Hirnstromaktivität zeigt beim Menschen große individuelle Unterschiede. Änderungen einzelner Parameter sind beim arbeitenden Gehirn natürlich.“

Zum Thema „Schlaf“:
„Keine Störung der Schlafqualität und gesundheitsrelevanter Parameter. Schlafparameter zeigen große natürliche individuelle Unterschiede. Sofern von Effekten berichtet wurde, lagen diese innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite.“

Zum Thema „Mobilfunk und Befindlichkeit“:
„Das Update der Literaturrecherche von Juli 2005 bis Oktober 2006 ergibt keine neuen Erkenntnisse gegenüber der Konsensus-Konferenz 2005. Störungen der Befindlichkeit durch elektromagnetische Felder der Mobilfunkeinrichtungen können nach heutigem Kenntnisstand ausgeschlossen werden.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Wolf, Internist, Arbeitsmediziner und Stv. Vorsitzender des WBF, betont in diesem Zusammenhang, dass es bislang keine einzige Studie gibt, die bei wissenschaftlich einwandfreier Methodik auf eine Beeinträchtigung der Befindlichkeit durch Mobilfunk — Handy oder Handymasten — hindeutet. 
Vor allem sei es auch — gibt Wolf zu bedenken — heute nicht mehr möglich, entsprechende Kontrollgruppen zu bilden: „Wir können keinen brauchbaren Vergleich herstellen zwischen 1.000 Städtern, die mit Mobilfunk in Berührung kommen, und 1.000 Städtern, die nicht belastet sind. Wir alle befinden uns laufend unter Einfluss elektromagnetischer Felder. Dazu gehören auch z.B. Fernsehen, Rundfunk, Polizei- und Feuerwehrfunk. Technologien, auf die niemand mehr verzichten möchte. Unzählige Leben konnten durch das Handy schon gerettet werden. Demgegenüber ist noch kein Menschenleben durch ein Handy nachweislich in Gefahr geraten!“
Auf die Tatsache, dass elektromagnetische Felder nicht nur von Mobilfunk-einrichtungen ausgehen, sondern darüber hinaus von zahlreichen weiteren Quellen, verweist auch Prof. Vana und führt dazu aus: „Was letztlich zählt, ist die Gesamtbelastung, also die Summe aller Expositionen elektromagnetischer Felder, denen wir ausgesetzt sind. Wendet man die Summenformel an, so werden dennoch im Allgemeinen nur maximal 20% der Grenzwerte erreicht, die von WHO (World Health Organisation, Anm.) und ICNIRP (International Commission on Non-Ionising Radiation Protection, Anm.) festgelegt wurden. Wir befinden uns also auf der sicheren Seite.“

Neue Technologien

Wie das WBF EXPERTENFORUM einstimmig feststellte, konnte man bisher auch hier keine Gesundheitsbeeinträchtigungen nachweisen:
„Derzeit gibt es zu den neuen Technologien wie WLAN und Bluetooth keine abgeschlossenen Studien zu biologischen Wirkungen durch deren Exposition. Die wenigen vorliegenden UMTS-Studien bringen keinen Informationszuwachs in Hinblick auf biologische Wirkungen. Eine TNO-Nachfolgestudie hat keine Beeinflussung durch UMTS-Basisstationen auf die Befindlichkeit und kognitive Effekte gezeigt.“

In Zukunft: Mehr Augenmerk auf die Dosimetrie legen!
Für künftige Studien zum Thema Mobilfunk und Gesundheit fordert das WBF EXPERTENFORUM eine wesentlich stärkere Beachtung der Dosimetrie und der Aspekte der Exposition. 
„Das ist eine Frage der Sinnhaftigkeit. Wir brauchen Studien, die Dosis-Wirkungs-Beziehungen aufzeigen! Bisher liegen uns stets nur Wirkungsberichte vor. Solche Studien muss man mit Vorsicht genießen!“, betont Prof. Vana.

Handystrahlen schädlich oder nicht? Ein Glaubenskrieg …
Die einen behaupten, Mobilfunk sei gesundheitsschädlich. Die anderen bekräftigen, dass dem nicht so ist … Wem soll man glauben?
„Diese Frage wird uns Experten vom WBF oft gestellt – und sie bringt die Problematik auf den Punkt: Wir haben einen Glaubenskrieg zu diesem Thema! Es geht aber nicht um glauben oder nicht glauben. Worauf es ankommt ist Information und Wissen!“ (Prof. Vana)

Dieses Dokument als PDF:  2006_Expertenkonsens.pdf

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