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Mobilfunk und Gesundheit: Bericht über die Konsensus-Konferenz 2004 des Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF)

Vorwort des Vorsitzenden Prof. DI Dr. Vana (Vorsitzender des WBF)

Der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF), als dessen Vorsitzender ich in der konstituierenden Sitzung am 20. Februar 2004 von den Beiratsmitgliedern bestellt wurde, hatte sich im ersten Jahr seines Bestehens mit dem Thema „Mobilfunk und Gesundheit“ auseinander zu setzen. Konkret ging es darum, im Rahmen einer Konsensus-Konferenz aus wissenschaftlicher Sicht Antwort auf die Frage zu geben, ob Mobilfunk gesundheitsbeeinträchtigende Auswirkungen auf den Menschen hat.

Diese Frage sollte ausschließlich auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse beleuchtet werden und daraus eine entsprechende Meinungsbildung erfolgen. Hintergrund dieser Aufgabenstellung war es, in die öffentliche, zum Teil sehr emotional geführte Diskussion zu diesem Thema wissenschaftlich fundierte Sachlichkeit einzubringen.

Von Anfang an war es klar, dass die Konsensus-Konferenz nicht nur unter der Teilnahme der Mitglieder des WBF durchgeführt werden sollte, sondern dass auch Institutionen, die eine Affinität zur Thematik haben, einzuladen wären, Vertreter zu entsenden. Konkret waren dies vor allem die Österreichische Ärztekammer, das Institut für Umwelthygiene der Universität Wien und das Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien sowie Univ.-Prof. Dr. Oswald Jahn, langjähriger früherer Leiter der Klinik für Arbeitsmedizin der Universität Wien. Mit Ausnahme der Österreichischen Ärztekammer sind alle Institutionen und Persönlichkeiten unserer Einladung zur Teilnahme und Mitwirkung an der Meinungsbildung zur oben angeführten Fragestellung kurzfristig gefolgt.

An allen Sitzungen haben auch VertreterInnen des Bundeskanzleramtes, des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie sowie des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft als BeobachterInnen — ohne Stimmrecht — teilgenommen.

In der Vorbereitung zur Konsensus-Konferenz zeigte sich rasch, dass die überwiegende Zahl der Studien zur Thematik „Mobilfunk und Gesundheit“ in keiner Weise wissenschaftlich fundiert war, geschweige denn den üblichen wissenschaftlichen Anforderungen entsprach. Dennoch wurden in der öffentlichen Diskussion diese Studien immer wieder als Nachweis für die Gefährlichkeit oder Unbedenklichkeit des Mobilfunk zitiert. Sie trugen damit wesentlich zu Verunsicherung und Ängsten bei, die insbesondere AnrainerInnen von Mobilfunkanlagen (Handymaste) beunruhigten.

Der Umstand, dass es zwar viele Studien gibt, ihre wissenschaftliche Qualität aber schwankt, hat dazu geführt, dass die Konsensus-Konferenz in 2 Teilen abgehalten wurde: In einem Experten-Forum Anfang Juni 2004 wurden Kriterien festgelegt, die wissenschaftliche Studien erfüllen müssen, die zur Meinungsbildung herangezogen werden sollten. Da offensichtlich war, dass nur ganz wenige Studien den üblichen wissenschaftlichen Standards entsprechen, einigten wir uns bei einigen Kriterien einvernehmlich auf Mindestanforderungen, die Studien zum Thema „Mobilfunk und Gesundheit“ zu erfüllen haben, um zu einer wissenschaftlichen Bewertung herangezogen werden zu können.

Auf Basis dieser Kriterien konnten dann in der eigentlichen Konsensus-Konferenz Mitte Oktober 2004 neben 4 seriösen Übersichtsarbeiten weitere 43 Studien in die Bewertung aufgenommen, darüber eine Meinungsbildung erzielt und einvernehmlich die Statements zu den einzelnen Fragestellungen erarbeitet werden.

In den Diskussionen zeigte sich u.a., dass die Bewertung von Studienergebnissen durch entsprechende Fachleute unverzichtbar ist. Es gilt zwischen (Aus-)Wirkungen des Mobilfunks auf den menschlichen Organismus und gesundheitsbeeinträchtigenden oder -schädigenden Einflüssen zu unterscheiden. Nicht jede (Aus-)Wirkung ist gesundheitsschädlich. Auf diese klare Unterscheidung wurde vom WBF und von den in der Konsensus-Konferenz vertretenen Wissenschaftern aus den einzelnen Bereichen großer Wert gelegt.

Die Ergebnisse der Konsensus-Konferenz sind als Befund, der auf dem „Wissensstand zum Zeitpunkt der Meinungsbildung“ basiert, zu werten. Der WBF wird sich weiterhin mit der Frage „Mobilfunk und Gesundheit“ auseinandersetzen, die Ergebnisse neuer, kommender Studien bewerten und seine Meinung dazu abgeben.

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