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Ergebnisse des EXPERTENFORUMS „Studienkriterien“

Konsensus-Konferenz Teil 1, 4. Juni 2004, Tech Gate Vienna

Ausgangspunkt des Experten-Forums war die Erkenntnis, dass viele Studien, die in der öffentlichen Diskussion zitiert werden, keineswegs wissenschaftlichen Standards, nicht einmal Mindeststandards, entsprechen.
Trotzdem werden sie immer wieder zur Untermauerung einer bestimmten Meinung herangezogen. Aufgabenstellung des WBF war nun, die in der öffentlichen Diskussion häufig zitierten Studien einer wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen, dadurch die „Spreu vom Weizen“ zu trennen und ausgehend von wissenschaftlich seriösen Studien zu einer Meinungsbildung hinsichtlich der Frage einer gesundheitlichen Gefährdung durch elektromagnetische Felder des Mobilfunk zu kommen.
Vorrangige Aufgabe war es, Kriterien zu definieren, die von Studien zur Thematik „Mobilfunk und Gesundheit“ erfüllt werden müssen, wenn sie als wissenschaftlich fundiert eingestuft werden sollen. Da von den vielen Studien zum Thema nur ganz wenige den üblichen wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen, wurden in einem 2. Schritt bei einigen Kriterien unverzichtbare Mindeststandards festgelegt, um die Anzahl der für die Bewertung in Frage kommenden Studien nicht auf nur einige wenige zu beschränken.
Nach ausführlicher Diskussion einigten sich die Teilnehmer an diesem Experten-Forum einvernehmlich auf nachfolgend aufgeführte (Mindest-)Kriterien, die wissenschaftliche Studien zum Themenbereich „Mobilfunk und Gesundheit“ aufweisen müssen.

Wissenschaftliche (Mindest-)Kriterien, die bei der Bewertung von Studien zu berücksichtigen sind

Dosimetrie
Die relevanten Expositionsparameter (Frequenzbereich, Signalform, Expositionsdauer, Expositionsintensität-SAR, Feldstärke, Mittelwert) müssen angegeben und das Protokoll muss so geführt sein, dass der Versuch nachvollziehbar ist. Wünschenswert wäre darüber hinaus: Angabe der Typen der verwendeten Messgeräte und der Variabilität der dosimetrischen Größe.

Statistische Signifikanz
Können die Befunde hinreichend gut gegen die Vermutung eines Zufallsergebnisses abgesichert werden?
Minimalanforderungen sind die Angabe der statistischen Standardkriterien (Konfidenzintervall oder p-Wert) und der angewendeten statistischen Verfahren.

Replikation der Untersuchungsergebnisse
Replikation ist grundsätzlich wünschenswert, für die meisten Untersuchungen zur Wirkung elektromagnetischer Felder des Mobilfunks fehlen solche Replikationen.
Minimalanforderung ist, dass eine Studie so designed sein muss, dass sie von einem anderen Laboratorium nachvollziehbar ist.

Kausalität
Können andere Variablen als Erklärung für den gefundenen Zusammenhang mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden?
Entscheidend für die Kausalität und damit Minimalanforderungen sind: Dokumentation der Versuchs- und Kontrollgruppe, verblindete Exposition und Auswertung, Selektionsmechanismen, Confounder.

Adversität
Hat der gefundene Effekt gesundheitliche Relevanz für den Menschen?
Ein Effekt ist dann advers, wenn eine Störung der Organfunktion vorliegt, der Effekt nach Wegfall der Exposition nicht rückbildungsfähig ist, die Nachkommenschaft geschädigt wird.

Ökologische Validität
Lässt sich die in der Studie betrachtete Situation hinreichend gut auf die realen Bedingungen übertragen, unter denen Mobilfunk stattfindet?
Diese inhaltliche Beurteilung muss klar bejaht werden. Darüber hinaus ist für eine transparente, nachvollziehbare Bewertung der Studie auch die Dokumentation der Beurteilung von großer Bedeutung.

Erstellen des wissenschaftlichen Gesamtbildes
Studien, die die oben definierten Qualitätskriterien nicht erfüllen, können in die Gesamtbewertung nicht einbezogen werden. Dies sollte aber begründet werden.

Auswahl der Themenfelder, die auf Basis wissenschaftlicher Kriterien diskutiert und bewertet wurden

Nach der Festlegung der (Mindest-)Kriterien für Studien, wurden gemeinsam Themenfelder, die im Rahmen der Thematik „Mobilfunk und Gesundheit“ zu behandeln sind, festgelegt:

  • Mobilfunk und Nervensystem
  • Mobilfunk und Tumorentwicklung
  • Mobilfunk und Befindlichkeit des Menschen

Basis der Auswahl war, dass diese Themen öffentlich und am intensivsten diskutiert wurden.

Suchkriterien/Keywords für die Studiensuche in wissenschaftlichen Datenbanken

Zu den festgelegten 3 Themenbereichen wurden dann mittels einvernehmlich festgelegter Keywords über wissenschaftliche Datenbanken mehrere 100 Studien ermittelt und nach den definierten (Mindest-)Kriterien ausgewählt.

Als Suchkriterien/Keywords wurden definiert:

  • Studien ab 1995
  • Mobile phones, cellular phones, EMF high frequency, microwaves, radiofrequency, base stations, gentoxicity, cancer, neoplasm, tumour, Tumor, DAN, chromosomes, molecular changes;
    brain function, sleep, EEG, brain potential, cognition, nervous system, blood brain barrier, attention, memory, athermal effects;
    subjective symptoms, headache, electrosensitivity, behavior, mood, emotion, depression, bodily sensations, skin rushes, stress, athermal effects.

Schließlich konnten 43 Studien identifiziert werden, die den definierten wissenschaftlichen Kriterien entsprachen. Sie wurden neben 4 fundierten wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten in der eigentlichen Konsensus-Konferenz am 15. Oktober 2004 diskutiert und bewertet und stellten die Basis für die Ergebnisse dieses Experten-Meetings dar.

Dieses Dokument als PDF:  2004_Expertenkonsens.pdf

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