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Ergebnisse der Konsensus-Konferenz

Teil 2, 15. Oktober 2004, Tech Gate Vienna

Nach der Festlegung der Studienkriterien, der Themenfelder und der Keywords für die Studiensuche im EXPERTENFORUM setzten sich die Wissenschafter im 2. Teil der Konsensus-Konferenz auf Basis der jeweils relevanten wissenschaftlichen Studien mit folgenden Fragenkomplexen auseinander:

  • Gibt es einen Einfluss des Mobilfunks auf das Nervensystem?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Tumorentstehung?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Befindlichkeit des Menschen?

Alle Ergebnisse der Konsensus-Konferenz wurden aufgrund jener Studien, die die festgelegten wissenschaftlichen Mindeststandards erfüllen und nach intensiven Diskussionen einvernehmlich erzielt.

Der wissenschaftliche Befund: „Derzeit kein Nachweis einer gesundheitlichen Gefährdung“

Zusammenfassend hielten die Wissenschafter nach eingehender Diskussion fest, dass es „nach derzeitigem Stand der Wissenschaft keinen Nachweis für eine Gefährdung der Gesundheit durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks unterhalb der von der WHO¹/ICNIRP² empfohlenen Grenzwerte gibt. Ungeachtet der bisherigen Erkenntnisse laufen derzeit umfangreiche internationale Studien, deren Ergebnisse umgehend vom WBF wissenschaftlich diskutiert und bewertet werden.“

1) World Health Organisation
2) International Commission on Non-Ionising Radiation Protection

Handymaste: Tausendfach schwächere Exposition als beim Telefonieren

Im Rahmen der Konsensus-Konferenz wurde auch auf die immer wieder diskutierten Befürchtungen über gesundheitsgefährdende Auswirkungen auf Anrainer von Handymasten/ Mobilfunk-Basisstationen eingegangen. Einhellige Meinung der anwesenden Wissenschafter war, dass die von den Handymasten ausgehende Exposition um den Faktor 1.000 bis 10.000 geringer als beim Telefonieren selbst ist. Nach Selektion der Literatur gemäß den vom WBF geforderten Kriterien für die Qualität von Studien ließ sich kein Beweis erbringen, dass die Exposition durch EMF von Handymasten nach heutigem Kenntnisstand eine Gesundheitsgefährdung für die Allgemeinbevölkerung darstellt.
Ungeachtet dieser Meinung werden derzeit breit angelegte epidemiologische Studien durchgeführt bzw. geplant, die die Auswirkungen aller auf den Menschen einwirkenden Expositionen im Hochfrequenzbereich untersuchen. Dabei geht es nicht nur um Handymaste, sondern auch um andere hochfrequente Expositionsquellen, wie z.B. digitales Fernsehen, Rundfunksender, Mobiltelefone. Von diesen Studien wird erwartet, dass sie Antworten auf die Frage geben, ob diese Expositionen in ihrer Gesamtheit gesundheitsbeeinträchtigende Auswirkungen auf den Menschen erkennen lassen.

Mobilfunk und Nervensystem: Gibt es einen Einfluss des Mobilfunks auf die kognitiven Fähigkeiten, das EEG und die Schlafqualität?

Den an der Konsensus-Konferenz teilnehmenden Wissenschaftern stellte sich die Frage, ob Emissionen, wie sie von elektromagnetischen Feldern eines Handys ausgehen, Auswirkungen auf das Nervensystem, im speziellen auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen (z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit), auf das EEG und die Schlafqualität haben.
Die dafür in Frage kommenden wissenschaftlichen Untersuchungen wurden vom Neurologen Univ.-Prof. DDr. Josef Zeitlhofer, Universitätsklinik für Neurologie/ Medizinuniversität Wien, und den beiden Psychologen Mag. Dr. Cornelia Sauter, ebenfalls Univ.-Klinik für Neurologie, und DDr. Alfred Barth, bis Juni 2004 an der Klinischen Abteilung für Arbeitsmedizin, Medizinuniversität Wien, seit Oktober 2004 Bereich Arbeitswissenschaft und Organisation am Institut für Managementwissenschaften/Technische Universität Wien, gesichtet und die Ergebnisse bewertet.

Der Befund: Keine Beeinträchtigung der Gehirntätigkeit

Demnach, so die übereinstimmende Aussage der drei Experten, gibt es nach derzeitigem Stand der Wissenschaft unterhalb der empfohlenen Grenzwerte keinen Nachweis für eine gesundheitliche Gefährdung der Gehirntätigkeit durch Mobilfunk. Die Teilnehmer der Konsensus-Konferenz schlossen sich diesem Ergebnis einstimmig an.

Mobilfunk und kognitive Fähigkeiten, EEG und Schlafqualität

Ergebnis der Konsensus-Konferenz am 15. Oktober 2004 im Wortlaut:

„Eine Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten (z.B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeiten) bei Exposition durch Mobilfunk ist bei Einhaltung der Grenzwerte nach heutigem Wissensstand eindeutig auszuschließen.
Die Hirnstromaktivität (EEG) des Menschen zeigt grundsätzlich große individuelle Unterschiede. Änderungen einzelner Parameter sind beim arbeitenden Gehirn ganz natürlich, die bisherigen Untersuchungen — auch wenn sie teilweise geringe Veränderungen beschreiben — lassen keinen Schluss auf eine gesundheitsschädigende Wirkung zu.
In Schlafuntersuchungen fanden sich geringe Veränderungen einzelner Parameter, jedoch keine, die eine Störung der Schlafqualität oder ein Gesundheitsrisiko darstellen.“

Mobilfunk und Tumorentstehung: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Tumorentstehung?

Diese Frage wurde federführend vom Onkologen Univ.-Prof. Dr. Heinz Ludwig, 1. Medizinische Abteilung mit Onkologie am Wilhelminenspital/Wien, untersucht und war das in der Konsensus-Konferenz am intensivsten diskutierte Thema.
Ludwig wies in einer schriftlichen Stellungnahme darauf hin, dass ältere Studien für die gegenwärtige Situation nicht mehr relevant sind, da in früheren Zeiten Geräte mit weitaus höherer Strahlenbelastung verwendet wurden.
Jüngere Studien hingegen sind mit dem Nachteil behaftet, dass kanzerogene Einwirkung erst nach längerer Expositionsdauer zu nachhaltigen Effekten führen und somit die Nachbeobachtungsdauer für eine definitive Bewertung zu kurz ist.

Der Befund: Derzeit kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Mobilfunk und erhöhter Tumorhäufigkeit zu erkennen. Endgültige Beurteilung erst nach Vorliegen der Ergebnisse laufender Studien

Die bisher vorliegenden Ergebnisse der zwischen den Jahren 1980 bis 1995 durchgeführten Kohortenstudien lassen, so Ludwig, „keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Mobilfunkanwendung und erhöhter Tumorinzidenz, insbesondere in Bezug auf Akustikusneurinome und Aderhautmelanome erkennen. Ein möglicher Zusammenhang ist allerdings aufgrund dieser Daten auch nicht auszuschließen.“
Der Onkologe wies darauf hin, dass derzeit eine Reihe von internationalen Studien mit großen Probandenzahlen im Laufen ist und erst nach Vorliegen dieser Ergebnisse eine Risikoabschätzung der aktuellen Situation möglich sein wird.
Nach intensiver Diskussion des Themas einigten sich die Teilnehmer an der Konsensus-Konferenz einvernehmlich auf nachfolgende Stellungnahme:

Mobilfunk und Tumorentstehung

Ergebnis der Konsensus-Konferenz am 15. Oktober 2004 im Wortlaut:

„Die bisher vorliegenden Studien lassen keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und erhöhter Tumorhäufigkeit, insbesondere in Bezug auf Tumore im Kopfbereich, erkennen. Wenn es nach Meinung einzelner Autoren gegenteilige Hinweise gibt, so ist festzuhalten, dass diese Daten sich auf Technologien beziehen, die seit Jahren nicht mehr in Verwendung sind. Im Hinblick auf die lange Latenzzeit und die Entwicklung der Technologien des Mobilfunks laufen derzeit internationale Studien zu diesem Thema, deren Ergebnisse vom WBF diskutiert und bewertet werden.“

Mobilfunk und Befindlichkeit: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und der Befindlichkeit des Menschen?

Mit der Frage einer möglichen Beeinträchtigung der Befindlichkeit des Menschen durch Mobilfunk befasste sich federführend der Internist Univ.-Prof. Dr. Christian Wolf, Universitätsklinik für Innere Medizin IV, Medizinuniversität Wien. Der stv. Vorsitzende des WBF und stv. Leiter der Klinischen Abteilung für Arbeitsmedizin berichtete, dass sich nur 4 ernstzunehmende wissenschaftliche Studien mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben.

Der Befund: Derzeit keine nachweisbare Kausalität zwischen Befindlichkeitsstörungen und Mobilfunk

Die intensive Befassung mit den Inhalten dieser Studien habe für ihn die Erkenntnis gebracht, dass es derzeit keine nachweisbare Kausalität von Befindlichkeitsstörungen und der Exposition durch elektromagnetische Felder im Zusammenhang mit Mobilfunk gebe. Die anwesenden Wissenschafter schlossen sich nach kurzer Diskussion dieser Meinung einhellig an.

Mobilfunk und Befindlichkeit des Menschen

Ergebnis der Konsensus-Konferenz am 15. Oktober 2004 im Wortlaut:
„Die vorliegenden Untersuchungen zeigen keinen Zusammenhang zwischen Befindlichkeit und der Exposition des Mobilfunks.“

Dieses Dokument als PDF:  2004_Expertenkonsens.pdf

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